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Vier von zehn Betrieben werden von KI nie empfohlen. Wie ist das einzuordnen?

Im «Blick» standen gestern zwei Kernaussagen gegenüber, und in beiden liegt ein Funken Wahrheit.

Eine Studie des Schweizer Softwareanbieters «Quaryan» hat vier KI-Assistenten (ChatGPT, Claude, Gemini und Perplexity) 1’728 Alltagsfragen gestellt und die Antworten mit 276 Betrieben aus sechs Branchen abgeglichen: Bäckereien, Coiffeure, Garagen, Zahnarztpraxen, Tierärzte und Sanitärbetriebe.

114 dieser Betriebe wurden kein einziges Mal genannt. Das sind 41 Prozent. Nur 33 tauchten bei allen vier Assistenten auf. Über die Hälfte der Antworten enthielt keinen einzigen der untersuchten Betriebe. Stattdessen nannten die Systeme Migros, Coop und den TCS.

Der Schweizerische Gewerbeverband winkt ab. Digitalexperte Mikael Huber nennt die Zahlen «interessant, aber kein Grund zur Beunruhigung»: Die KI-Suche sei jung, die Erhebung stamme von einem Anbieter, der selbst entsprechende Lösungen verkaufe, und für kleine Geschäfte seien persönliche Empfehlungen ohnehin entscheidend.

Er hat recht. Und es ändert nichts daran, was zu tun ist.

Junge Inhaberin steht auf den Stufen ihres Quartierlädelis an einer Strassenecke - KI Sichtbarkeit für kleine Läden oder KMU

Es ist gleichgültig, ob die KI-Suche in fünf Jahren wichtig ist oder nicht. Die Massnahmen sind dieselben, die sich auch generell rechnen.

  • Betriebe mit vielen Google-Bewertungen wurden 1,7-mal so häufig genannt.
  • Betriebe, die auf den Quellen der Assistenten stehen, 2,1-mal so häufig.
  • Beides wirkt auch in der normalen Suche und bei Menschen, die sich entscheiden.
  • Wer Ihnen eine Nennung in KI-Antworten zusichert, kann das nicht halten.
  • Den Test machen Sie selbst, in fünf Minuten.

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Drei Punkte daran sind richtig, und ich möchte sie nicht wegreden.

  1. Die Studie kommt von einem Anbieter. «Quaryan» verkauft Marketinglösungen. Das macht die Zahlen nicht falsch, aber es heisst, dass niemand sie unabhängig nachgerechnet hat. Bei einer Erhebung, die zufällig die Dringlichkeit des eigenen Angebots belegt, ist Zurückhaltung angebracht.
  2. Eine Momentaufnahme ist kein Verlauf. Stellt man demselben Modell zweimal die gleiche Frage, erhält man oft unterschiedliche Antworten. 1’728 Fragen sind eine ordentliche Stichprobe, aber sie zeigen einen Zeitpunkt. Ob sich die Werte über ein Jahr verbessern oder verschlechtern, sagt die Studie nicht.
  3. Für einen Coiffeur im Quartier zählt die Empfehlung der Nachbarin mehr. Auch das stimmt, und es wird noch lange stimmen.

Weil die beiden Befunde der Studie Massnahmen betreffen, die sich unabhängig davon lohnen.

  1. Google-Bewertungen. Wer viele hat, wird laut Studie 1,7-mal so häufig von KI genannt. Er erscheint ausserdem besser im lokalen Kartenbereich von Google, und er überzeugt Menschen, die zwischen zwei Anbietern schwanken. Bewertungen zu sammeln war schon vor ChatGPT richtig.
  2. Einträge in Verzeichnissen. Betriebe, die auf den Websites stehen, aus denen die Assistenten schöpfen, tauchten 2,1-mal so häufig auf. Der Artikel nennt local.ch ausdrücklich als Quelle, auf die die Systeme besonders gern zurückgreifen. Ein gepflegter Eintrag dort hilft auch der lokalen Suche und Menschen, die ein Verzeichnis benutzen.

Beide Ansätze sind keine neuen Disziplinen. Es ist dieselbe Grundlagenarbeit, die ich im Leitfaden zu SEO für Schweizer KMU beschreibe, nur mit einem weiteren Grund dafür.

Das ist der Punkt, auf den es mir ankommt: Sie müssen die KI-Prognose nicht 1:1 glauben, um die Arbeit zu rechtfertigen. Trifft sie nicht ein, haben Sie trotzdem bessere Bewertungen und saubere Einträge. Diese Art Massnahme mag ich. Sie rechnet sich auch dann, wenn eine spezifische Vorhersage danebenliegt.

Wie das in der Praxis aussieht

Mit Acoutech, einem Schweizer Anbieter für Raumakustik, arbeiten wir genau an diesen Punkten: Bewertungen, Einträge in den Verzeichnissen, die für die Branche zählen, und Produktdaten in einer Form, die Suchmaschinen und KI-Systeme lesen können.

Diese Arbeit muss als fortwährender Prozess verstanden werden: Wir schauen in regelmässigen Abständen, was sich wie entwickelt hat, und optimieren, wo es nötig ist.

Im Video oben zeigen wir, worum es dabei konkret geht.

Die ausführliche Fassung steht in der Fallstudie zu Acoutech.

In den Kommentarspalten liest man sofort die Vermutung, grosse Anbieter würden für ihre Nennung bezahlen und die Kleinen so verdrängen.

Das trifft so nicht zu. Die Assistenten antworten aus dem, was sie über ein Unternehmen finden: Aus Verzeichnissen, Bewertungen, Erwähnungen auf anderen Websites, der eigenen Seite. Migros und Coop erscheinen, weil über sie ungleich mehr geschrieben steht, nicht weil sie eine Platzierung gekauft hätten. Der digitale Fussabdruck ist schlicht massiv grösser.

Das ist sowohl die schlechte als auch die gute Nachricht. Die Schlechte: Man kann sich nicht so einfach so einkaufen. Die Gute: Was zählt, lässt sich beeinflussen, und zwar von jedem Betrieb, auch einem kleinen lokalen Geschäft.

Fünf Minuten, keine Werkzeuge.

Stellen Sie die Frage, die Ihre Kundschaft stellen würde, in ChatGPT, Claude, Gemini und Perplexity. Also nicht «Kennst du die Firma Müller AG», sondern:

Beispiel 1

«Ich suche einen Sanitärbetrieb in Winterthur. Welche kommen infrage?»

Beispiel 2

«Welche Bäckerei in Zürich Albisrieden kannst du empfehlen?»

Beispiel 3

«Wer macht in meiner Nähe Zahnreinigungen? Ich wohne in 8048 Zürich.»

Fragen Sie nicht nach Ihrem Firmennamen. Das ist der häufigste Fehler beim Selbsttest. Ein Modell, dem Sie den Namen nennen, findet fast immer etwas dazu und Sie halten für ein gutes Zeichen, was keines ist. Ihre Kundschaft kennt Ihren Namen ja noch nicht. Genau darum geht es.

Fragen Sie mehrmals und in verschiedenen Formulierungen. Die Antworten schwanken. Eine einzelne Nennung ist Zufall, dreimal dieselbe Nennung ist ein Befund.

Schauen Sie, woher die Angaben stammen. Perplexity und oft auch die anderen nennen ihre Quellen. Dort sehen Sie, welche Verzeichnisse und Websites für Ihre Branche zählen, und damit, wo ein Eintrag von Ihnen fehlt.

Wichtiger Hinweis:

Öffnen Sie in einem Inkognito-Browsertab Google (KI-Modus oder AI Mode) oder ChatGPT und stellen Sie eine Frage ähnlich einem der obigen Prompts. Dies verhindert, dass das Modell Sie bereits kennt und ggfs. eine Antwort gibt, die Ihren persönlichen Kontext miteinbezieht.

  1. Google-Unternehmensprofil vollständig ausfüllen. Öffnungszeiten, Kategorien, Leistungen, Fotos. Das ist die Grundlage für alles Weitere und kostet eine Stunde.
  2. Bewertungen aktiv erfragen. Nicht kaufen, nicht erfinden, sondern fragen. Nach einem abgeschlossenen Auftrag, persönlich, mit einem Link, der direkt zum Bewertungsformular führt. Die meisten zufriedenen Kunden schreiben etwas, wenn man sie bittet.
  3. local.ch und zwei, drei weitere Verzeichnisse. Mit exakt demselben Firmennamen, derselben Adresse und derselben Telefonnummer wie im Unternehmensprofil. Uneinheitliche Angaben über mehrere Verzeichnisse schwächen das Signal mehr, als ein zusätzlicher Eintrag es stärkt.
  4. Auf der eigenen Website die Fragen beantworten, die Kunden stellen. Ein Assistent zitiert, was klar formuliert dasteht. Ein Abschnitt, der eine Frage beantwortet und eine überprüfbare Aussage enthält, ist zitierfähig. Ein Werbetext ist es nicht.

Kein Angebot buchen, das eine Nennung zusichert. Niemand kontrolliert, was ein Sprachmodell antwortet, auch der Anbieter nicht. Wer Ihnen eine Platzierung in KI-Antworten verspricht, verspricht etwas, das er nicht halten kann.

Keine Website umbauen für diesen einen Zweck. Die Massnahmen oben sind dieselben, die für Auffindbarkeit allgemein gelten. Wenn Ihnen jemand eine spezielle KI-Optimierung verkauft, die nichts sonst verbessert, fragen Sie nach, was genau sich ändert.

Nicht in Panik verfallen. Der Gewerbeverband hat recht: Die Technik ist jung. Was heute gilt, kann in einem Jahr anders aussehen. Deshalb die Massnahmen, die ohnehin tragen.

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Quelle:

  • Nathalie Benn: KI ignoriert vier von zehn Schweizer Geschäften, «Blick», 12. Oktober 2026. Die Studie stammt vom Schweizer Softwareanbieter Quaryan; ich habe sie nicht im Original eingesehen, sondern beziehe mich auf die Darstellung im «Blick».
Junge Inhaberin steht auf den Stufen ihres Quartierlädelis an einer Strassenecke - KI Sichtbarkeit für kleine Läden oder KMU

Die Studie ist von einem Anbieter, die Zahlen sind eine Momentaufnahme, und die Empfehlung Ihrer Nachbarin schlägt weiterhin jeden Chatbot.

Trotzdem: Bewertungen sammeln und Verzeichniseinträge pflegen kostet wenig und wirkt an mehreren Stellen gleichzeitig. Wenn die KI-Suche noch wichtiger wird, sind Sie vorbereitet. Wenn nicht, haben Sie eine bessere lokale Sichtbarkeit und zufriedene Kunden, die das aufgeschrieben haben.

Das ist kein Grund zur Beunruhigung. Nutzen Sie die Chance. Es ist vielmehr ein Grund, eine oder zwei Stunden zu investieren.

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Wenn Sie den grösseren Zusammenhang suchen, steht er im Leitfaden zu SEO für Schweizer KMU.

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