Filtermuster, Seite zwei & echte Suchdaten
Search Console auswerten mit Filtermustern
Die Google Search Console zeigt Ihnen, mit welchen Suchbegriffen Menschen auf Ihre Website gelangen. Bei den meisten Unternehmen bleibt es allerdings beim gelegentlichen Blick auf die Liste.
Das Problem: Die eingebauten Filter finden einzelne Wörter. Was sie nicht finden, sind Muster.
Genau dafür gibt es einen Filtertyp, den kaum jemand öffnet. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie ihn nutzen und ab wann sich der Aufwand überhaupt lohnt.

Das Wichtigste in Kürze
Mit Filtermustern erkennen Sie Strukturen in Ihren Suchdaten, nicht nur einzelne Begriffe.
- Die Funktion heisst «Benutzerdefiniert (Regex = Regular Expression = Regulärer Ausdruck)» und steckt im Leistungsbericht.
- Sieben Zeichen genügen für fast alle Auswertungen im Alltag.
- Der ergiebigste Ort ist Seite zwei, also die Positionen 11 bis 20 in den Suchresultaten.
- Grossschreibung wird beachtet. Das erklärt häufig die meisten leeren Ergebnisse.
- Unter etwa 500 Impressionen im Monat ohne Markensuche lohnt der Aufwand nicht.
Zuerst die unbequeme Frage: Haben Sie genug Daten?
Dieser Abschnitt fehlt in den meisten Anleitungen, gehört aber an den Anfang.
Filtermuster helfen, wenn Sie den Überblick verloren haben. Sie helfen nicht, wenn es nichts zu überblicken gibt.
Massgeblich sind dabei die Impressionen pro Monat ohne Markensuche. Also ohne die Anfragen nach Ihrem Firmennamen, denn wer so sucht, kennt Sie bereits. Bei kleineren Unternehmen macht diese Gruppe oft die Hälfte aller Impressionen aus.
Daraus ergeben sich drei Bereiche:
| Impressionen pro Monat, ohne Markensuche | Einschätzung |
|---|---|
| unter 500 | Liste durchlesen genügt |
| 500 bis 2’000 | Grenzbereich, einzelne Auswertungen sinnvoll |
| ab 2’000 | Filtermuster lohnen sich deutlich |
Prüfen Sie das zuerst. Öffnen Sie den Leistungsbericht und stellen Sie den Zeitraum auf drei Monate. Blenden Sie danach Ihren Firmennamen aus, wie weiter unten beschrieben. Teilen Sie die verbleibende Zahl durch drei.
Liegt das Ergebnis unter 500, sparen Sie sich diesen Beitrag für später auf. Das ist keine Kritik an Ihrer Website, sondern eine Frage der Reihenfolge.
Wer wenig Daten hat, braucht mehr Inhalte, keine besseren Filter. Wo diese Auswertung in eine Gesamtstrategie gehört, ordnet mein Leitfaden zu SEO für Schweizer KMU ein.
Wo die Funktion versteckt ist
In der Search Console öffnen Sie den Leistungsbericht. Oben klicken Sie auf Neu und wählen Suchanfrage oder Seite.
Im erscheinenden Fenster steht ein Auswahlfeld, meist auf «Enthält» eingestellt. Ganz unten in dieser Liste finden Sie Benutzerdefiniert (Regex).
Daneben können Sie wählen, ob Ergebnisse dem Muster entsprechen sollen oder gerade nicht. Die zweite Variante ist unterschätzt, dazu später mehr.
Sieben Zeichen genügen für den Alltag
Filtermuster sehen kryptisch aus. Tatsächlich reichen wenige Zeichen für fast alles, was ein KMU auswerten will.
| Zeichen | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| | oder | wartung|support|betreuung |
^ | beginnt mit | ^wie findet Anfragen, die mit «wie» beginnen |
$ | endet mit | zürich$ findet Anfragen, die auf «zürich» enden |
. | ein beliebiges Zeichen | |
.* | beliebig viel Text | akustik.*schule findet beides in dieser Reihenfolge |
[0-9] | eine Ziffer | [0-9]{4} findet Jahreszahlen |
\ | Sonderzeichen entwerten | \.pdf sucht wörtlich nach «.pdf» |
Die Search Console verwendet dabei eine Variante namens RE2. Programmierkenntnisse braucht es nicht, denn die sieben Zeichen oben decken den Alltag ab.
Wichtig: Grossschreibung wird beachtet
Hier liegt die häufigste Ursache für leere Ergebnisse.
Ein Muster wie Wartung findet Anfragen mit grossem W, aber nicht solche mit kleinem. Menschen tippen jedoch meist klein, und manche Begriffe kommen in beiden Schreibweisen vor.
Die Lösung ist ein kurzer Zusatz am Anfang des Musters:
(?i)wartung|support
Damit wird die Schreibweise ignoriert. Gewöhnen Sie sich an, diesen Zusatz immer zu setzen. Er schadet nie und erspart Ihnen die Suche nach Fehlern, die keine sind.
Drei Auswertungen, die sich für KMU lohnen
Aus der Vielzahl möglicher Muster sind drei besonders ergiebig.
Fragen finden, die Menschen wirklich stellen
(?i)^(wie|was|warum|wann|wo|welche|wer|kann|braucht)
Dieses Muster zeigt alle Suchanfragen, die als Frage beginnen.
Der Wert liegt auf der Hand. Jede gefundene Frage ist ein möglicher Beitrag, ein Eintrag in Ihrer FAQ oder ein Absatz auf einer bestehenden Seite. Und Sie erfinden nichts, sondern lesen ab, was Menschen tatsächlich eingegeben haben.
Für die Sichtbarkeit in KI-Antworten ist das besonders nützlich. Solche Systeme greifen bevorzugt auf Inhalte zu, die eine klar gestellte Frage direkt beantworten.
Kaufabsicht von Neugier trennen
(?i)(kosten|preis|offerte|anbieter|firma|beratung|in der nähe)
Wer so sucht, steht kurz vor einer Entscheidung. Diese Anfragen sind wenige, dafür wertvoll.
Prüfen Sie anschliessend, auf welcher Seite diese Besucher landen. Falls das ein Blogbeitrag ist, fehlt dort vermutlich ein Verweis auf Ihr Angebot.
Den eigenen Namen ausblenden
(?i)ihrefirma|ihre-firma
Hier nutzen Sie die zweite Variante im Auswahlfeld, also «entspricht nicht».
Damit verschwinden alle Suchen nach Ihrem Firmennamen aus der Auswertung. Übrig bleibt, was Menschen finden, die Sie noch nicht kennen. Und das ist die eigentlich interessante Gruppe.
Bei kleineren Unternehmen entfällt darauf oft die Hälfte aller Klicks. Ohne diesen Filter überschätzen Sie deshalb Ihre Reichweite bei Menschen, die Sie noch nicht kennen.
Seite 2 der Suchresultate ist der ergiebigste Ort
Suchbegriffe auf den Positionen 11 bis 20 stehen auf Seite zwei. Sie werden angezeigt, aber praktisch nie geklickt. Gleichzeitig sind sie näher an Seite eins als jeder Begriff, für den Sie noch gar nicht auftauchen.
So gehen Sie vor:
- Zeitraum auf mindestens drei Monate stellen, damit die Zahlen belastbar sind.
- Über «Neu» einen Filter für die Position setzen, mit «grösser als 10».
- Zusätzlich einen zweiten Filter über «kleiner als 21», damit nur Seite zwei übrig bleibt.
- Die Tabelle nach Impressionen sortieren.
Was jetzt oben steht, sind Begriffe mit Nachfrage und knapper Verfehlung. Ein Begriff mit 400 Impressionen auf Position 13 ist wertvoller als einer mit 40 Impressionen auf Position 4.
Was Sie damit anfangen
Vier Massnahmen genügen meistens:
- Den Begriff in eine Zwischenüberschrift aufnehmen, sofern er inhaltlich passt.
- Interne Verweise setzen, mit dem Begriff als Linktext, von thematisch verwandten Seiten aus.
- Die Beschreibung im Suchergebnis überarbeiten. Auf Seite zwei ist die Klickrate ohnehin niedrig, aber eine bessere Formulierung hilft, sobald die Seite steigt.
- Die Seitenlänge prüfen. Schauen Sie sich an, was auf Position eins bis drei steht. Oft fehlt Ihrer Seite schlicht ein Abschnitt.
Damit haben Sie eine Liste. Welche dieser Anfragen tatsächlich einen eigenen Beitrag verdient, ist die schwierigere Frage, und sie beantwortet der Folgebeitrag Long-Tail-Keywords auswählen.
Ein Muster in den Daten sagt nicht, wo die Ursache liegt
Diesen Abschnitt schreibe ich aus eigener Erfahrung, und zwar aus einer unangenehmen.
Vor einigen Wochen fielen mir in meiner eigenen Search Console zwei Suchbegriffe auf. Beide mit über 600 Impressionen, beide mit null Klicks, beide thematisch genau passend zu meinen Angebotsseiten.
Die naheliegende Erklärung wäre eine schlechte Position gewesen. Oder ein unattraktiver Eintrag im Suchergebnis.
Tatsächlich lag es an etwas anderem. Ein technischer Eintrag im Quelltext meiner Angebotsseiten wies Google an, statt dieser Seiten die Startseite zu indexieren. Die passenden Seiten waren also gar nicht im Rennen, und Google zeigte ersatzweise andere an. Mir ist ein Flüchtigkeitsfehler unterlaufen, den ich erst bei der Analyse der Search Console entdeckt hatte.
Die Auswertung hat mir gezeigt, wo ich hinschauen muss. Sie hat mir nicht gesagt, was kaputt ist.
Daraus folgt eine Regel, die ich seither beherzige. Wenn ein Muster in den Daten unlogisch aussieht, prüfen Sie zuerst die Technik. Viele Impressionen ohne Klicks bei einem passenden Begriff sind selten ein Inhaltsproblem.
Weiterführende Informationen
→ Pillar-Beiträge: SEO für Schweizer KMU 2026 | Content Hubs für Schweizer KMU
→ Glossar: SEO | Keyword-Recherche | Suchintention | Title-Tag | Meta-Description | Landing Page | Conversion-Optimierung | Regex
→ Angebote: Web-Beratung für KMU | Inhaltspflege und SEO
Quellen:
- Google Search Console Hilfe: Leistungsbericht und Filter
- RE2-Syntax auf GitHub

Fazit
Filtermuster sind kein Zaubermittel. Sie sind ein weiteres Werkzeug, genauer gesagt eine Lupe, um Ihre Website zu optimieren.
Wer wenig Verkehr hat, braucht keine Lupe, sondern mehr Inhalte. Wer dagegen mehr als 2’000 Impressionen im Monat erreicht, findet damit in zwanzig Minuten Ansatzpunkte, die sonst untergehen.
Der grösste Nutzen liegt dabei nicht in den ausgefeilten Mustern. Er liegt in der Frage, die Sie sich vorher stellen. Filtermuster beantworten Fragen, sie stellen keine.
Fangen Sie deshalb mit einer einzigen Auswertung an. Nehmen Sie die Fragen-Suche, notieren Sie fünf Anfragen und schreiben Sie dazu einen Abschnitt. Das wirkt mehr als jede weitere Filtertechnik.
Ihr nächster Schritt
Prüfen Sie zuerst Ihre Datenmenge. Drei Monate, Markensuche ausgeblendet, Ergebnis durch drei geteilt. Unter 500 Impressionen im Monat lohnt sich der Aufwand noch nicht.
Für den grösseren Rahmen lesen Sie den Pillar-Beitrag SEO für Schweizer KMU 2026. Wie Sie gefundene Begriffe strukturell einbauen, zeigt der Beitrag zu interner Verlinkung.
Wenn Sie Ihre Search Console gemeinsam durchgehen möchten, ist eine Web-Beratung für KMU der direkte Weg. Für die laufende Auswertung biete ich Inhaltspflege und SEO an.