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Warum ich lieber für Schweizer KMU arbeite. Ein Beitrag zur Positionierungs

Ich arbeite bewusst für Schweizer KMU und ergänzend für kantonale Verwaltungen. Nicht für Konzerne, nicht für globale Enterprise-Kunden. Dieser Artikel erklärt, warum diese Fokussierung strategisch klug ist, was Schumacher und Jarvis dazu geschrieben haben und was es für Sie als möglichen Kunden bedeutet.

WordPress-Freelancer KMU Schweiz

Ich arbeite bewusst für Schweizer KMU, und nicht für Konzerne. Aus struktureller Überzeugung, und nicht aus Mangel an Alternativen.

  • 99,7 Prozent aller Schweizer Unternehmen sind KMU. Sie stellen zwei Drittel der Arbeitsplätze und 42 Prozent des Exportvolumens. Wer von «der Schweizer Wirtschaft» spricht, spricht in Wahrheit von KMU.
  • KMU bieten strukturelle Vorteile: kurze Entscheidungswege, direkte Ansprechpartner, unmittelbare Wirkung, langfristige Beziehungen. Konzerne bringen systemisch oftmals das Gegenteil mit sich.
  • Ich betrachte mich selbst als eine «Company of One». Bewusst klein, mit niedrigem Overhead, dafür fair kalkuliert und nicht ersetzbar durch den Nächsten aus der Reihe.
  • Klein arbeiten heisst nicht allein arbeiten. Für Fotografie, Copywriting, Online-Advertising und weitere Spezialdisziplinen arbeite ich gerne mit einem Netzwerk kuratierter Partner zusammen. Sie bekommen so Spezialisten statt einer halbherzigen eierlegenden Wollmilchsau.
  • Literarische Grundlage: E.F. Schumachers Small Is Beautiful (1973) und Paul Jarvis‘ Company of One (2019). Zwei Autoren, fünfzig Jahre auseinander, gleicher Kern: Kleiner ist oft besser.

Für wen dieser Artikel gedacht ist: Schweizer KMU-Verantwortliche, die einen Web-Partner suchen, der ihre Realität versteht. Auch öffentliche Verwaltungen mit klaren Zuständigkeiten sind willkommen. Diese Erfahrung konnte ich seit vielen Jahren machen. Wer jedoch eine Konzern-Agentur mit 24-Stunden-Support und globaler Präsenz sucht, findet hier bei mir nicht das Richtige.

Es gibt Freelancer, die für Konzerne arbeiten, weil dort die grossen Budgets liegen. Es gibt Agenturen, die sich strategisch auf komplexe Ausschreibungen fokussieren, weil das gut skaliert. Es gibt Web-Experten, die sich um Enterprise-Kunden bemühen, weil das Prestige bringt.

Ich mache nichts davon in dieser Ausschliesslichkeit. Ich arbeite bewusst auf Schweizer KMU fokussiert. Für Architekturbüros, Beratungsfirmen, Kleinverlage, Handwerksbetriebe, spezialisierte Dienstleister. Nicht aus Mangel an Alternativen, sondern aus Überzeugung.

Zusätzlich betreue ich seit Jahren auch zwei öffentliche Verwaltungen. Das ist kein Widerspruch zur KMU-Fokussierung, sondern eine bewusste Ergänzung. Kantonale Verwaltungen und KMU teilen mehr Eigenschaften, als auf den ersten Blick sichtbar ist: klare Zuständigkeiten, ehrliche Kommunikation, langfristige Beziehungen. Was ich hingegen nicht mache, ist die Arbeit für private Grosskonzerne, weil deren Strukturen aus meiner Erfahrung Nachteile bringen, die den finanziellen Anreiz oft nicht rechtfertigen.

Dieser Artikel erklärt, warum. Er ist auch eine Einladung zur Klarheit: Wenn Sie ein KMU führen, eine kantonale oder kommunale Verwaltung leiten und einen Web-Partner suchen, der Ihre Realität versteht, sind Sie hier richtig. Wenn Sie einen Konzern-Auftrag mit sechsstelligen Budgets vergeben wollen, sind Sie es nicht.

Bevor wir zur Haltung kommen, ein Blick auf die Fakten. Sie sind eindeutiger, als vielen bewusst ist.

99,7 Prozent aller marktwirtschaftlichen Unternehmen in der Schweiz sind KMU. Von den ausgewerteten 626’033 Unternehmen sind 561’952 Mikrounternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten, 52’476 Kleinunternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten und 9’791 Mittelunternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten. Nur 1’814 Unternehmen zählen zu den Grossunternehmen.

Rund zwei Drittel der Beschäftigten in Vollzeitäquivalenten arbeiten in KMU.

Und der Punkt, der oft übersehen wird: In der Schweiz entfallen 42 Prozent des Exportvolumens auf KMU, während in Deutschland oder Frankreich dieser Anteil lediglich bei 22 Prozent bzw. 23 Prozent liegt. Schweizer KMU sind nicht nur zahlenmässig dominant, sie sind auch überproportional exportstark.

Wer also von «der Schweizer Wirtschaft» spricht, spricht in Wahrheit von KMU. Konzerne sind statistisch die Ausnahme, auch wenn sie medial die Regel zu sein scheinen. Das mediale Bild und die wirtschaftliche Realität liegen weit auseinander.

Konzerne und KMU unterscheiden sich nicht nur in der Grösse, sondern in fast allen Dimensionen des Alltags. Vier Unterschiede sind aus meiner Erfahrung entscheidend.

Der Weg von der Idee zur Umsetzung ist kurz

In einem KMU spreche ich in der Regel direkt mit der Person, die entscheidet. Manchmal ist das die Inhaberin. Manchmal der Geschäftsführer. Manchmal die Marketingverantwortliche, die den kurzen Draht zur Geschäftsleitung hat. Wir reden, wir wägen ab, wir entscheiden.

In einem Konzern hätte ich es oft mit Menschen zu tun, die Entscheidungen nicht selbst treffen können. Sie müssen mit Vorgesetzten sprechen. Die wiederum müssen mit Compliance sprechen. Compliance spricht mit dem Legal Department. Legal spricht mit der IT. IT will Sicherheitsbewertungen. Am Ende dauert die Freigabe eines Textes drei Wochen, obwohl er in einer Stunde geschrieben wurde. Und die Entscheidungen fallen oft nicht dort, wo sie fachlich hingehören.

In öffentlichen Verwaltungen gibt es ebenfalls formalisierte Prozesse, aber sie haben eine andere Qualität. Sie sind der Nachweisbarkeit gegenüber Steuerzahlern und der Rechtssicherheit geschuldet, was legitime Gründe sind. Meine Erfahrung mit den zwei Kantonen, für die ich arbeite, zeigt: Die Entscheidungswege sind klar, die Ansprechpartner sind fachlich zuständig und die Verantwortung ist zugeordnet. Das ist etwas grundsätzlich anderes als die interne Politik eines Grosskonzerns.

Das ist kein Zufall, sondern strukturell. E.F. Schumacher hat es in Small Is Beautiful auf eine Weise beschrieben, die auch fünf Jahrzehnte später noch zutrifft: «Zentralisierung ist im Wesentlichen eine Idee der Ordnung, Dezentralisierung eine der Freiheit. Ordnung verlangt Intelligenz und fördert Effizienz, während Freiheit Intuition ermöglicht und zu Innovation führt. Je grösser eine Organisation ist, desto offensichtlicher und unausweichlicher wird das Bedürfnis nach Ordnung.»

Genau das ist mein Punkt. KMU und schlank organisierte Verwaltungseinheiten haben natürliche Grenzen ihrer Ordnung, weil weniger Menschen weniger Koordinationsaufwand verursachen. Diese Grenze ist keine Schwäche, sondern eine Voraussetzung für Beweglichkeit.

Die Wirkung ist unmittelbarer

Wenn ich für ein Architekturbüro eine neue Website baue, sehe ich innerhalb weniger Monate, ob sie Anfragen generiert. Wenn ich für eine Beratungsfirma einen Blog aufsetze, weiss ich nach einem halben Jahr, ob er neue Kunden bringt. Die Rückmeldung ist direkt, ehrlich und nachvollziehbar.

In grösseren Organisationen ist die Verbindung zwischen einer konkreten Massnahme und einer messbaren Wirkung oft verwässert. Es gibt zu viele parallele Massnahmen, zu viele Kampagnen, zu viele Beteiligte, um einen einzelnen Beitrag klar zu identifizieren. Am Ende weiss niemand genau, was gewirkt hat. Diese Diffusität ist zermürbend für jemanden, der handwerklich denkt.

Handwerk kann sich zeigen

Bei einem Mikro- oder Kleinunternehmen ist die Website oft das wichtigste Marketing-Werkzeug. Sie ist nicht Teil einer breiten Kampagnenstrategie mit TV-Spots, Print-Anzeigen und Sponsoring, sondern sie ist der zentrale Kontaktpunkt. Das macht jede Design-Entscheidung, jeden Textabsatz, jeden Ladezeit-Optimierungsschritt wichtig.

In Grosskonzernen ist die Website oft nur ein Kanal unter vielen. Sie muss corporate compliant sein, aber sie ist selten der zentrale Hebel für das Geschäft, weil andere Kanäle die Arbeit machen. Das reduziert die Möglichkeit, wirklich handwerklich zu arbeiten, weil das Interesse an handwerklicher Substanz fehlt.

Bei öffentlichen Verwaltungen ist die Situation nochmals eine andere. Die Website ist ein Instrument der Informations- und Dienstleistungsvermittlung an die Bevölkerung. Handwerkliche Qualität ist hier wieder wichtig, weil sie Barrierefreiheit, Datenschutz-Konformität und dauerhafte Wartbarkeit betrifft. Das sind alles Bereiche, in denen ich zuhause bin.

Die Beziehung ist persönlich

Nach zehn Jahren Zusammenarbeit mit einer Firma kenne ich nicht nur die Website, sondern auch die Menschen. Ich weiss, wer welche Präferenzen hat, wer welche Sorge hat, wer welche Bedenken zerstreut haben will. Das ist keine Nettigkeit, sondern professionelle Substanz. Diese Beziehung erlaubt schnelle, präzise Entscheidungen.

In Konzernkontexten wechseln die Ansprechpartner regelmässig. Jeder neue Marketing-Verantwortliche will die Zusammenarbeit «neu bewerten». Jede Reorganisation zieht Verzögerungen nach sich. Wissen geht verloren, Beziehungen müssen neu aufgebaut werden. Das kostet Zeit, ohne Wert zu schaffen.

Öffentliche Verwaltungen haben Personalwechsel ebenfalls, aber sie sind gebremster. Ein Amtsleiter bleibt oft zehn oder mehr Jahre in seiner Funktion, was die Beziehung stabilisiert. Auch das ist eine strukturelle Ähnlichkeit zu KMU, die meine Arbeit erleichtert.

Bisher habe ich über meine Kunden gesprochen. Aber die gleiche Logik gilt für mich selbst.

Paul Jarvis, kanadischer Freelancer und Designer, hat 2019 ein Buch geschrieben, das mir viel Klarheit gebracht hat: Company of One: Why Staying Small Is the Next Big Thing for Business. Der Untertitel klingt fast provokativ, aber Jarvis meint es ernst. Er beschreibt, was er selbst und viele andere in den letzten zwanzig Jahren gelebt haben: bewusst klein bleiben, nicht als Übergangszustand, sondern als langfristige Strategie.

Ein Satz aus seinem Buch bringt das auf den Punkt: «Es ist nichts falsch daran, die richtige Grösse zu finden und sich dann darauf zu konzentrieren, besser zu werden. Klein kann ein langfristiger Plan sein, nicht nur ein Sprungbrett.»

Genau das versuche ich. Ich bin kein Startup, das eines Tages zur Agentur mit fünfzehn Angestellten skaliert. Ich bin kein Freelancer, der in Wahrheit auf den Konzern-Job wartet. Ich bin bewusst klein und will es bleiben.

Warum das so schwer zu kommunizieren ist, hat Jarvis auch beschrieben. Die Gesellschaft hat uns eine sehr bestimmte Vorstellung davon eingeprägt, wie Erfolg im Geschäft aussieht. Man arbeitet so viele Stunden wie möglich, und wenn das Geschäft gut läuft, skaliert man alles in jede Richtung. Bis heute wird diese Strategie als das gesehen, was es braucht, um erfolgreich zu sein: Probleme durch Hinzufügen von «mehr» zu lösen. Jeder, der klein bleibt, hat in dieser Denklogik nicht gut genug abgeschnitten, um «mehr» hinzuzufügen. Jarvis fordert diese Logik direkt heraus.

Das ist auch mein Ansatz. Ich fordere diese Denklogik heraus. Nicht laut, nicht provokant, sondern durch gelebte Praxis.

Ein Company-of-One-Ansatz hat konkrete Konsequenzen für die Zusammenarbeit. Drei davon sind für Kunden direkt spürbar.

Ich muss nicht wachsen um jeden Preis. Ein Freelancer, der zur Agentur werden will, jagt jeden Auftrag, ob er passt oder nicht. Ich nicht. Ich kann bewusst Nein sagen zu Projekten, die nicht in mein Portfolio passen. Jarvis beschreibt das so: «Indem man Nein sagt zu allem, was nicht passt, lässt man Raum, Ja zu jenen seltenen Gelegenheiten zu sagen, die passen, Gelegenheiten, die mit den Werten und Ideen des Geschäfts übereinstimmen.»

Meine Kosten sind niedrig, meine Preise sind fair. Wer keine Angestellten hat, keine Büromiete in bester Innenstadtlage, keine Konzern-Software-Lizenzen, kann seinen Kunden faire Preise machen. Das ist kein Trick, sondern Struktur. Ein Freelancer mit niedrigem Overhead kann für 150 Franken pro Stunde profitabel arbeiten, wo eine Agentur 250 Franken verlangen muss, um dieselbe Marge zu erreichen.

Ich bin nicht ersetzbar. Das mag arrogant klingen, ist aber ein zentraler Jarvis-Gedanke: Während Arbeiter in ausführenden Rollen durch Roboter oder andere Arbeiter ersetzt werden können, ist die Rolle des kreativen Lösens schwieriger Probleme abhängiger von einem einzelnen Menschen. Bei einer Agentur bekommen Sie den Nächsten aus der Reihe. Bei mir bekommen Sie mich. Wenn die Beziehung gut ist, ist das ein Vorteil. Wenn nicht, wechseln Sie besser den Anbieter.

Ein häufiges Missverständnis über Company-of-One-Strukturen: dass sie isoliert seien. Dass ein Freelancer alles selber machen müsse. Dass Kunden mit weniger auskommen müssten, weil nur eine Person am Werk sei.

Das Gegenteil ist der Fall. Jarvis schreibt es explizit: «Für sich selbst zu arbeiten muss nicht bedeuten, allein zu arbeiten.» Das ist kein Randgedanke, sondern zentral. Wer als Company of One erfolgreich sein will, muss verstehen, dass Fokussierung und Netzwerk zwei Seiten derselben Medaille sind.

Bei mir sieht das konkret so aus: Ich mache WordPress, SEO, Content-Strategie und Web-Beratung. Das ist mein Kernbereich, in dem ich zwanzig Jahre Erfahrung habe. Was ich nicht mache: professionelle Fotografie, Videoproduktion, Copywriting auf hohem redaktionellem Niveau, Google-Ads-Kampagnen, Grafikdesign für Print, komplexe UX-Forschung, PR-Arbeit, Social-Media-Management.

Für all diese Bereiche bevorzuge ich es, mit ausgewählten Partnern zusammen zu arbeiten. Freie Fotografinnen, deren Bildsprache ich kenne und der ich vertraue. Texter, die für Fachpublikationen schreiben und den Ton für spezifische Branchen treffen. Online-Marketing-Fachleute, die Google Ads und Meta Ads professionell aufsetzen. Grafikerinnen für Branding und Print-Nebenmaterialien. Sie sind alle selbst Companies of One, mit ihrer eigenen Fokussierung und ihren eigenen Kundenbeziehungen.

Das ist kein loses Netzwerk, das mal zusammenkommt. Es sind Beziehungen, die sich über Jahre entwickelt haben. Ich weiss, wer für welchen Auftrag passt. Ich weiss, wer verlässlich liefert. Ich weiss, mit wem ich meinen Kunden empfehlen kann, ohne mich später schämen zu müssen.

Warum das ein Vorteil ist, kein Kompromiss

Ein KMU, das mit mir arbeitet, bekommt keine «Ein-Mann-Lösung» mit den Einschränkungen, die dieser Begriff suggeriert. Es bekommt ein kuratiertes Netzwerk von Spezialisten, alle in ihrer jeweiligen Disziplin führend, koordiniert durch mich als Ansprechpartner. Das ist praktisch, weil Sie eine einzige Person haben, mit der Sie reden. Und es ist qualitativ hochstehend, weil jede Disziplin von jemandem gemacht wird, der sie zu seiner Kernkompetenz gemacht hat.

Warum das für Schweizer KMU besonders passt

Die Schweiz ist ein Land der Spezialisten und Fachwerkstätten. Sie haben nicht die grossen Konzern-Werbeagenturen wie Deutschland oder die USA. Sie haben viele exzellente Einzelkämpfer und Kleinstrukturen, die miteinander kooperieren. Das entspricht der Schweizer Wirtschaftsstruktur, die wir am Anfang mit den Zahlen dokumentiert haben.

Wenn ich ein Schweizer KMU begleite und eine Fotografin brauche, empfehle ich keine Grossagentur in Deutschland. Ich empfehle eine Zürcher Fotografin, die die Region kennt, in Franken abrechnet, in Deutsch oder Englisch kommuniziert und die Verhältnisse versteht. Das ist regionale Wertschöpfung im Kleinen, aber sie summiert sich.

Genau das ist Schumachers Dezentralisierung in gelebter Praxis. Nicht ein grosses System, das alles koordiniert. Sondern viele kleine Einheiten, die sich vernetzen und ergänzen. Robust, weil kein Ausfall das Ganze lahmlegt. Effizient, weil jede Einheit auf ihre Kernkompetenz fokussiert ist. Menschlich, weil Beziehungen tragen, nicht Prozesse.

Der stille dritte Vorteil: Klarheit für den Kunden

Ein Nebeneffekt dieser Struktur, den ich unterschätzt hatte, als ich sie aufgebaut habe: Kunden wissen jederzeit, wer für was zuständig ist. Das klingt banal, ist aber in klassischen Agentur-Setups oft nicht der Fall.

In einer Agentur wechseln Zuständigkeiten intern, ohne dass der Kunde es merkt. Der Junior wird auf ein anderes Projekt versetzt, der Senior übernimmt für zwei Wochen, dann kommt ein neuer Junior. Kunden merken das oft nur an schleichenden Qualitätsverschiebungen oder an dem Gefühl, dass niemand wirklich Verantwortung übernimmt.

Bei meinem Netzwerk-Modell ist die Struktur transparent. Die Fotografin hat einen Namen. Der Google-Ads-Verantwortliche hat einen Namen. Sie können mit ihnen direkt sprechen, wenn Sie das wollen. Oder sie sprechen mit mir, und ich koordiniere. Aber Sie wissen jederzeit, wer die Verantwortung hat.

Das ist ein weiteres Beispiel dafür, dass «Company of One» nicht Ein-Mann-Show bedeutet, sondern strukturelle Klarheit. Jeder ist voll verantwortlich für sein Fachgebiet. Niemand ist verantwortlich für alles.

Ich will nicht so tun, als wäre das rein romantisch. KMU-Budgets sind kleiner als Konzern-Budgets. Ein Architekturbüro kann für eine neue Website nicht 200’000 Franken ausgeben. Ein Beratungsbüro nicht 50’000 Franken pro Jahr für Wartung. Die absoluten Zahlen sind niedriger.

Aber die relative Wertschöpfung ist oft höher. Wenn ich für ein Kleinunternehmen mit 15’000 Franken eine Website baue, die drei zusätzliche Kundenanfragen pro Monat generiert, ist der ROI hervorragend. Wenn ich für einen Konzern mit 150’000 Franken eine Website bauen würde, die im allgemeinen Marketing-Rauschen untergeht, ist der ROI mager, egal wie hoch die absolute Zahl klingt.

Zudem: KMU-Projekte haben in der Regel geringere Overhead-Kosten. Weniger Meetings, weniger Freigabeschleifen, weniger Kommunikations-Reibung. Was in einem Konzernprojekt 40 Stunden Abstimmung braucht, braucht in einem KMU-Projekt 4 Stunden. Diese Effizienz kompensiert einen erheblichen Teil des Budget-Unterschieds.

Jarvis formuliert es zugespitzt: «Wachstum ist im typischen Geschäftssinn nicht immer eine kluge Strategie, wenn es blind verfolgt wird.» Übertragen auf Ihre Situation als KMU: Sie brauchen keinen Konzern-Anbieter mit Konzern-Overhead. Sie brauchen jemanden, der zu Ihrer Realität passt.

Ich bin nicht der Erste, der die Vorzüge kleinerer Strukturen erkennt. Die Idee hat eine solide intellektuelle Tradition, quer über fünfzig Jahre hinweg.

E.F. Schumachers Small Is Beautiful aus dem Jahr 1973 ist der Klassiker dieser Perspektive. Ein Satz aus dem Buch ist mir besonders geblieben: «Jeder intelligente Narr kann Dinge grösser, komplexer und gewalttätiger machen. Es braucht einen Hauch von Genie und viel Mut, um in die entgegengesetzte Richtung zu gehen.»

Das trifft mein Verständnis von Web-Arbeit erstaunlich genau. Es ist einfach, eine Website mit dutzenden Plugins zu überladen. Es ist einfach, komplexe Content-Systeme aufzubauen, die niemand pflegen kann. Es ist einfach, ambitionierte Strategien zu entwerfen, die im Alltag scheitern. Schwierig ist es, das Wesentliche zu erkennen und sich darauf zu konzentrieren.

Paul Jarvis hat diesen Gedanken aktualisiert und operationalisiert. Wo Schumacher philosophisch und volkswirtschaftlich argumentiert, wird Jarvis praktisch und unternehmerisch. Wo Schumacher fragt, wie eine Wirtschaft aussehen sollte, die Menschen dient, fragt Jarvis, wie ein Unternehmen aussehen sollte, das seinem Inhaber dient statt umgekehrt.

Beide kommen zum gleichen Kern: Kleiner ist oft besser. Schneller. Nachhaltiger. Menschlicher.

Schumachers zentrale Idee, die er von Gandhi und Aldous Huxley übernommen hat, betrifft die Dezentralisierung. Er zitiert Huxley zustimmend, dass technologischer Fortschritt darauf ausgerichtet sein sollte, gewöhnlichen Menschen die Mittel zu geben, profitable und intrinsisch bedeutsame Arbeit zu leisten, ihnen zu helfen, unabhängig von Vorgesetzten zu werden, damit sie ihre eigenen Arbeitgeber werden. Das würde zu einer fortschreitenden Dezentralisierung von Bevölkerung, Zugang zu Land, Eigentum an Produktionsmitteln und wirtschaftlicher wie politischer Macht führen.

Genau das ist die Rolle von KMU in der Schweizer Wirtschaft, und genau das ist die Rolle von Freelancern wie mir. Wir sind nicht nur ökonomische Akteure, sondern auch Träger einer bestimmten Art zu wirtschaften. Wir halten Entscheidungen dezentral, Verantwortung greifbar und Zusammenhänge überschaubar.

Die Schweiz ist strukturell und kulturell auf KMU angewiesen. Das ist keine Meinung, sondern nachweisbare Realität.

Über 70 Prozent der Lernenden absolvieren ihre Ausbildung in einem KMU. Das duale Bildungssystem, das international als Erfolgsmodell gilt, hängt an der Bereitschaft kleinerer Betriebe, in Nachwuchs zu investieren. Ohne KMU keine Berufsausbildung. Ohne Berufsausbildung kein Facharbeiterstamm. Ohne Facharbeiterstamm keine Schweizer Industrie.

Ein zweiter Punkt ist das Risikoprofil. Wenn der Chef eines Kleinbetriebes einen falschen Entscheid fällt, ist das tragisch, betrifft aber nur seine acht Mitarbeiter. Wenn hingegen der Chef einer grossen Bank einen Fehlentscheid trifft, ist das tragisch für zehntausende von Mitarbeitern und kann die ganze Volkswirtschaft in den Abgrund reissen. KMU sind das antifragile Element der Wirtschaft. Sie verteilen Risiko, statt es zu konzentrieren.

Ein dritter Punkt ist die regionale Verankerung. Ein Architekturbüro in Basel wird nicht plötzlich nach Berlin verlegt. Ein Zahnarzt in Zürich verlagert seinen Sitz nicht umgehend nach Frankfurt. KMU bleiben in der Regel, wo sie sind, sie zahlen Steuern, wo sie sind, sie stellen Menschen an, wo sie sind. Konzerne haben diese Verankerung nicht in gleicher Weise.

Ich richte meine Arbeit bewusst auf diese Realität aus. Konkret heisst das:

Pragmatismus vor Perfektion. Ich baue Websites, die funktionieren, nicht solche, die theoretisch die besten aller Welten wären. KMU haben keine Zeit für endloses Optimieren. Sie brauchen eine Lösung, die morgen läuft und übermorgen Anfragen bringt.

Verantwortung statt Ticketsystem. Wenn Sie mich anrufen, spreche ich mit Ihnen. Nicht mit einer Sekretärin, nicht mit einem Junior-Kollegen, nicht mit einem Chatbot. Das ist möglich, weil ich für Sie arbeite, nicht für ein Portfolio von hundert Kunden.

Langfristigkeit statt Projektlogik. Meine wertvollsten Kundenbeziehungen dauern zehn Jahre und länger. Das ist kein Zufall, sondern Absicht. Ich baue Systeme, die auch mit acht Jahren Wartung noch stabil laufen. Und ich betreue sie so, dass Sie in acht Jahren nicht neu ausschreiben müssen.

Ehrlichkeit statt Verkaufsdruck. Wenn Sie eine Massnahme nicht brauchen, sage ich es. Wenn ein Plugin überflüssig ist, weise ich darauf hin. Wenn ein Trend bei Ihnen nicht sinnvoll ist, argumentiere ich dagegen.

Netzwerk statt Alleskönnerei. Ich mache nicht alles selbst. Für Fotografie, Copywriting, Online-Advertising, Grafikdesign und weitere Spezialdisziplinen arbeite ich gerne mit ausgewählten Partnern zusammen. Sie bekommen dadurch nicht weniger, sondern mehr: Spezialisten für jede Disziplin statt Halbherzigkeit aus einer Hand.

Aus Gründen der Ehrlichkeit auch das: Es gibt Konstellationen, bei denen ich nicht der richtige Partner bin.

Wenn Sie eine hochkomplexe Grossausschreibung suchen, die viele Dutzend juristische Prüfungen und ein mehrstufiges Beschaffungsverfahren mit sehr grossem Volumen verlangt, sind Sie bei mir eher falsch. Ich habe Erfahrung mit öffentlichen Aufträgen, aber im überschaubaren kantonalen und kommunalen Rahmen, nicht auf Bundes-Ebene mit sehr grossen Volumen.

Wenn Sie hundert Freigabeschleifen bei fünfzehn Beteiligten brauchen, sind Sie bei mir falsch. Ich arbeite mit einer oder zwei Ansprechpersonen. Mehr wird ineffizient.

Wenn Sie eine hundertköpfige Agentur mit 24-Stunden-Support und globaler Präsenz erwarten, sind Sie bei mir falsch. Ich bin eine Person mit einem klaren Fokus.

Aber wenn Sie ein Schweizer KMU führen, eine schlanke öffentliche Verwaltung leiten, eine solide, wartbare, ehrlich gepflegte Website brauchen und mit einer Person arbeiten wollen, die sich kümmert, dann sind Sie richtig.

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Quellen:

WordPress-Freelancer KMU Schweiz

Meine Positionierung ist bewusst schmal und bewusst klar. Ich arbeite für Schweizer KMU und für zwei kantonale Verwaltungen. Ich arbeite als Company of One in einem Netzwerk kuratierter Spezialisten. Ich baue Websites, die langfristig funktionieren, mit Menschen, die langfristig verantwortlich bleiben.

Schumacher schreibt: «Alles, was dezentralisiert werden kann, sollte dezentralisiert werden.»

Jarvis ergänzt: «Für sich selbst zu arbeiten muss nicht bedeuten, allein zu arbeiten.»

Fünfzig Jahre auseinander, ein gemeinsamer Nenner. Nähe ist wertvoll. Verantwortung sollte greifbar sein. Entscheidungen sollten dort getroffen werden, wo sie ihre Wirkung entfalten. Besser ist wichtiger als grösser. Menschen sollten mit Menschen arbeiten, nicht mit anonymen Strukturen.

Genau das versuche ich zu leben. Für Schweizer KMU, aus voller Überzeugung, mit dem klaren Bewusstsein, dass ich damit die 99,7 Prozent der Wirtschaft bediene, die zu oft übersehen werden. Und für einige öffentliche Verwaltungen, die aus ähnlichen strukturellen Gründen eine ähnliche Arbeitsweise brauchen.

Wenn Sie ein Schweizer KMU führen oder eine schlanke Verwaltungseinheit leiten und einen Web-Partner suchen, der Ihre Realität versteht, gibt es drei mögliche Wege, mit mir in Kontakt zu treten.

Wenn Sie erst orientieren wollen, lesen Sie meinen Pillar-Artikel Content Hubs für Schweizer KMU oder WordPress für Schweizer KMU 2026. Beide erklären das strategische Gesamtbild, in das meine Arbeit eingebettet ist.

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