Der Classic Editor war bis zur Einführung von WordPress 5.0 (Dezember 2018) der Standard-Editor von WordPress. Seit 5.0 ist er nur noch als optionales Plugin verfügbar — aktiviert auf Millionen von Websites, die Gutenberg nicht einsetzen wollen oder können. Das «Classic Editor»-Plugin wurde zum meistinstallierten WordPress-Plugin der Geschichte.
Was bedeutet das für Ihr KMU?
Wenn Ihre WordPress-Website den Classic Editor aktiv hat, sind Sie nicht allein — und es ist auch nicht automatisch ein Problem. Millionen von Websites laufen stabil mit Classic Editor. Trotzdem gibt es drei Gründe, warum sich die Frage einer Migration zunehmend stellt:
- Offizieller Kompatibilitätsmodus mit ungewissem Ende. Das Classic-Editor-Plugin wird offiziell «mindestens bis 2024» unterstützt — diese Zusage wurde mehrfach verlängert, aber sie ist nicht auf ewig. Irgendwann wird die Unterstützung auslaufen.
- Performance-Probleme bei vielen Seiten. Bei WordPress-Installationen mit sehr vielen hierarchischen Seiten zeigt der Classic Editor deutliche Lag-Effekte im Admin-Bereich. Das wird zunehmend zum operativen Problem.
- Keine neuen Features mehr. Alle modernen WordPress-Entwicklungen (Block-basierte Themes, Full Site Editing, Site-wide Styling) erfordern den Block Editor. Mit Classic Editor sind Sie vom laufenden Entwicklungsstand abgekoppelt.
Warum der Classic Editor so populär blieb
Die Ablehnung von Gutenberg in den ersten Jahren (2018–2020) hatte gute Gründe: buggy Oberfläche, fehlende Grundfeatures, Theme-Kompatibilitätsprobleme. Die WordPress-Community war vernünftig genug, eine Rückfall-Option zu bauen — und Millionen Websites nutzten sie.
Heute, 2026, ist diese Rückfall-Option nicht mehr nötig. Gutenberg hat seine Kinderkrankheiten überwunden, und die Migration ist in den meisten Fällen problemloser, als Website-Betreiberinnen befürchten.
Wann eine Migration Sinn macht
Ein Wechsel vom Classic Editor zu Gutenberg lohnt sich besonders, wenn:
- Ihre Website langsam geworden ist und Sie im Admin-Bereich spürbare Lag-Zeiten erleben
- Sie neue WordPress-Features nutzen wollen (Block Patterns, Full Site Editing)
- Sie ein modernes Theme einsetzen möchten (Gutenberg-native Themes wie Neve funktionieren am besten mit Block Editor)
- Sie langfristige Planungssicherheit möchten und nicht von einer zeitlich begrenzten Plugin-Unterstützung abhängig sein wollen
Wann eine Migration noch nicht nötig ist: wenn Ihre Website stabil läuft, Sie zufrieden sind und keine der obigen Probleme akut sind. Ein Editor-Wechsel ist kein Selbstzweck.
Wie ich das für Sie umsetze
Die Migration vom Classic Editor zu Gutenberg ist ein Editor-Wechsel, kein Theme-Wechsel. Das ist ein wichtiger Unterschied: Inhalte, die im Classic Editor erfasst wurden, werden in Gutenberg als einzelner «Classic Block» dargestellt — die bestehenden Inhalte gehen nicht verloren. Das Umwandeln in native Gutenberg-Blöcke kann schrittweise erfolgen.
Ich habe diesen Prozess mehrfach begleitet — für KMU-Websites, aber auch für eine grosse Schweizer Publishing-Plattform mit über 17’000 Seiten und 5’000 Artikeln. Die Migration der Grossplattform fand 2023–2025 schrittweise statt. Die Erfahrung: Gutenberg ist auch für umfangreiche Redaktionsbetriebe produktionstauglich geworden.
→ Verwandte Begriffe: Gutenberg Block Editor | WordPress | Full Site Editing | Content Management
→ Mehr erfahren: WordPress Webentwicklung für KMU | Blog: Zwanzig Jahre WordPress-Theme-Entscheidungen
→ Externe Ressourcen: Classic Editor Plugin auf WordPress.org | WordPress News: Classic Editor Support