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Long-Tail-Keywords finden ist einfach. Die richtige Auswahl zu treffen ist die Kunst.

Sie haben Ihre Search Console durchgesehen und eine Liste vor sich. Fünfzig Suchanfragen. Ein paar sehen vielversprechend aus, ein paar sind offensichtlich unbrauchbar, die meisten liegen irgendwo dazwischen.

Und jetzt?

Zu dieser Frage findet man erstaunlich wenig. Anleitungen zum Finden von Suchbegriffen gibt es hunderte. Wie man aus der Liste die zwei heraussucht, die einen eigenen Beitrag verdienen, steht selten irgendwo.

Dieser Beitrag beschreibt, wie ich das entscheide, an meinen eigenen Zahlen. Auch an einer Anfrage, gegen die ich mich entschieden habe, obwohl sie auf den ersten Blick gut aussah.

Wie Sie überhaupt zu einer solchen Liste kommen, steht im Beitrag Search Console auswerten. Wo diese Arbeit im grösseren Zusammenhang steht, zeigt der Leitfaden zu SEO für Schweizer KMU.

Person sortiert ausgedruckte Listen zur Keyword-Recherche für ein KMU in zwei Stapel

Eine Suchanfrage verdient erst dann einen eigenen Beitrag, wenn vier Fragen alle mit Ja beantwortet sind. Drei genügen nicht.

  • Eine gute Position ist kein Grund für einen neuen Beitrag, sondern ein Grund dagegen.
  • Fehlende Nachfrage lässt sich nicht nachholen. Alles andere schon.
  • Zwanzig ähnliche Anfragen ergeben einen Beitrag, nicht zwanzig.
  • Eine bestehende Seite zu verbessern kostet einen Bruchteil davon, eine neue zu schreiben.
  • Was heute nicht reicht, kann in einem halben Jahr reichen. Notieren statt wegwerfen.

Sie wissen nicht wo anfangen?

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Die Search Console zeigt zu jeder Suchanfrage vier Zahlen. Zwei davon brauchen wir hier.

Einblendungen. Wie oft Ihre Seite in den Suchergebnissen erschienen ist. Google nennt sie Impressionen. Ob jemand geklickt hat, sagt diese Zahl nicht. Sie sagt nur: So oft hat Google Ihre Seite jemandem gezeigt.

Position. An welcher Stelle Ihre Seite dabei durchschnittlich stand. Position 4,0 heisst: im Schnitt an vierter Stelle. Die ersten zehn Ergebnisse sind Seite eins, die nächsten zehn Seite zwei.

Beide Zahlen stehen immer für einen Zeitraum. Ich arbeite mit drei Monaten und rechne für die Beurteilung auf den Monat herunter, also geteilt durch drei. Sonst vergleicht man Quartalszahlen mit Monatszahlen und kommt auf falsche Schlüsse.

Erstens: Suchen überhaupt genug Leute danach?

Rechnen Sie die Einblendungen auf den Monat herunter.

Unter zwanzig Einblendungen im Monat lohnt sich kein eigener Beitrag. Selbst wenn Sie damit auf Platz eins landen, kommen daraus vielleicht sechs Besucher im Monat. Dafür schreibt niemand fünfzehnhundert Wörter.

Über hundert Einblendungen im Monat wird es interessant. Zwischen zwanzig und hundert entscheiden die drei anderen Fragen.

Diese Frage wiegt am schwersten, und zwar aus einem einfachen Grund: Sie ist die einzige der vier, an der Sie nichts ändern können. Eine Anfrage mit der falschen Absicht können Sie einer anderen Seite zuordnen. Zwei Seiten, die sich konkurrenzieren, können Sie zusammenlegen. Eine schwache Position können Sie verbessern. Nachfrage, die nicht vorhanden ist, können Sie nicht herstellen.

Zweitens: Stehen Sie dafür schon weit vorne?

Hier liegt der häufigste Denkfehler, und ich bin selbst darauf hereingefallen. Eine gute Position fühlt sich wie eine Gelegenheit an. Sie ist das Gegenteil.

Position 1 bis 7. Sie stehen schon auf Seite eins. Ein zusätzlicher Beitrag verbessert daran kaum etwas, denn Google hat Ihre Seite für diese Anfrage bereits ausgewählt. Was hier fehlt, sind Klicks, und die holt man über einen besseren Titel und eine bessere Beschreibung im Suchergebnis — nicht über eine zweite Seite.

Position 8 bis 20. Meist Seite zwei. Das ist die lohnendste Lage. Google hält Ihre Seite für das Thema schon für passend, aber noch nicht für stark genug. Ein gezielter Beitrag kann hier den Sprung auf Seite eins bewirken.

Über Position 30. Weit hinten. Dort fehlt nicht ein Beitrag, sondern meist die thematische Grundlage dafür. Das ist ein Projekt, keine Einzelmassnahme.

Drittens: Suchen diese Leute, was Sie anbieten?

Fragen Sie sich, was jemand vorhat, der diese Worte eintippt.

Wer «was ist ein plugin» sucht, will eine Erklärung. Wer «wordpress spezialist zürich» sucht, will jemanden beauftragen. Das erste ist ein Glossareintrag, das zweite eine Angebotsseite.

Ein Beitrag, der die falsche Absicht bedient, erscheint vielleicht sogar vorne. Er bringt nur keine Anfragen.

Viertens: Haben Sie zu dem Thema schon eine Seite?

Diese Frage wird am ehesten vergessen, und sie kostet am meisten.

Wenn für eine Anfrage schon eine Ihrer Seiten erscheint und Sie eine zweite dazustellen, muss Google entscheiden, welche von beiden gemeint ist. Im Zweifel wählt es keine von beiden, sondern eine fremde.

Prüfen Sie deshalb vorher, welche Ihrer Adressen heute für die Anfrage erscheint. In der Search Console: Suchanfrage anklicken, dann auf den Reiter «Seiten» wechseln. Das dauert zwei Minuten.

In meinen Daten steht die Anfrage «keyword recherche kmu schweiz»: 29 Einblendungen in drei Monaten, durchschnittliche Position 5,3.

Position 5, und ich hatte zu dem Thema noch keinen Beitrag. Das sah nach einer offenen Tür aus.

Die vier Fragen ergaben etwas anderes:

FrageAntwort
Genug Nachfrage?Nein. 29 in drei Monaten sind rund 10 im Monat. Die Schwelle liegt bei 20
Noch Luft nach vorne?Nein. Position 5,3 ist bereits Seite eins
Passende Absicht?Ja, jemand sucht Unterstützung bei genau meiner Arbeit
Noch keine eigene Seite?Ja, zu dem Thema hatte ich nichts

Zwei von vier Fragen mit Ja. Darunter nicht die Nachfrage, also die einzige, die sich nicht nachholen lässt.

Was dabei herauskäme, lässt sich ausrechnen. Zehn Einblendungen im Monat, und selbst wenn ich es von Position 5 auf Position 3 schaffte, klicken dort etwa zehn von hundert Leuten, die das Ergebnis sehen. Das ergibt einen Besucher im Monat. Für ein paar Stunden Aufwand / Arbeit.

Die gute Position ist hier also kein Argument dafür, sondern eines dagegen. Sie zeigt, dass eine meiner bestehenden Seiten das Thema schon abdeckt.

Dieselbe Liste enthält neun Anfragen, die alle um dasselbe kreisen:

AnfrageEinblendungen (3 Monate)Position
website strategische beratung15919,0
website beratung kmu1427,0
kmu beratung zürich10018,6
seo begleitung kmu6610,4
beratung homepage6616,6
webseiten beratung3711,9
webberatung3011,6
website beratung2615,3
homepage beratung2514,2

Einzeln betrachtet ist jede dieser Zeilen unbedeutend. Zusammen sind es 651 Einblendungen in drei Monaten, also gut 200 im Monat. Die meisten Positionen liegen zwischen 10 und 19, somit auf Seite zwei. Und ich hatte dazu keinen einzigen Beitrag.

Hier lauten alle vier Antworten Ja. Die Nachfrage trägt, die Positionen liegen in der lohnenden Lage, die Absicht passt zu einer Dienstleistung, die ich anbiete, und keine meiner Seiten beanspruchte das Thema.

Der Vergleich der beiden Beispiele ist der eigentliche Punkt. Die Anfrage mit der deutlich besseren Position verliert gegen eine Gruppe schlechterer Positionen. Weil Sichtbarkeit aus vielen kleinen Anfragen entsteht und nicht aus einer guten.

Wer seine Liste Zeile für Zeile durchgeht, sieht dieses Muster nie. Es wird erst sichtbar, wenn man verwandte Anfragen zu Gruppen zusammenfasst.

Die verbreitete Erklärung dafür stimmt nur halb, und der falsche Teil führt zu viel vergeudeter Arbeit.

Die Ausgangslage. Ahrefs hat die eigene Datenbank ausgewertet: Knapp 93 Prozent aller erfassten Suchbegriffe werden weniger als zehn Mal im Monat gesucht. Das sind 2,3 Milliarden Begriffe. Begriffe mit über hunderttausend Anfragen im Monat gibt es dagegen nur rund 18’000.

Die Nachfrage verteilt sich also auf sehr viele sehr kleine Anfragen. Daraus folgt der übliche Rat: Nehmen Sie die kleinen, dort ist die Konkurrenz schwächer.

Nur gilt das nicht für alle kleinen Anfragen. Ahrefs unterscheidet zwei Arten, und dieser Unterschied entscheidet, ob sich Arbeit lohnt.

Die erste Art sind andere Formulierungen derselben Frage. «Website Kosten Schweiz» und «was kostet eine Website in der Schweiz» meinen dasselbe, und Google zeigt dafür dieselbe Seite. Wer für die eine Formulierung erscheint, erscheint automatisch auch für die andere. Dafür müssen Sie nichts zusätzlich tun.

Die zweite Art sind eigene Themen, die nur selten gesucht werden. Dafür braucht es eine eigene Seite. Und hier ist Ahrefs ausdrücklich: Solche Anfragen sind nicht leichter zu erobern als kurze, stark umkämpfte Begriffe. Wenig gesucht heisst nicht wenig umkämpft.

Was daraus folgt. Der Gewinn liegt nicht darin, viele kleine Begriffe einzeln abzugreifen. Er liegt darin, ein Thema so gründlich zu behandeln, dass Ihre Seite für den Hauptbegriff erscheint und die anderen Formulierungen von selbst mitkommen.

Genau das leistet die Verbindung aus einem Leitfaden und mehreren Einzelbeiträgen. Der Leitfaden besetzt die Mitte des Themas, die Beiträge decken die Ränder ab, und jeder Beitrag verweist zurück auf den Leitfaden.

Dazu gibt es klare Aussagen von Google.

Gary Illyes von Google sagte 2017 über Links innerhalb einer Website: «Wir behandeln sie als normale Links, etwa bei der PageRank-Berechnung.» PageRank ist Googles Verfahren, um das Gewicht einer einzelnen Seite zu bestimmen. John Mueller nannte interne Verlinkung 2022 «ausgesprochen entscheidend für SEO».

Praktisch heisst das: Ein Link von einem kleinen Beitrag auf Ihren Leitfaden gibt einen Teil des Gewichts weiter, sobald Google den Link gesehen hat. Nicht erst, wenn der kleine Beitrag selbst Besucher bringt. Sie können die Verweise also gleich beim Veröffentlichen setzen.

Ein Missverständnis gehört dazu. Interne Links verteilen Gewicht um, sie erzeugen keines. Neues Gewicht entsteht nur, wenn andere Websites auf Sie verlinken. Ein eigener Beitrag, der Besucher bringt, aber von niemandem verlinkt wird, macht Ihre Website insgesamt nicht stärker.

Was er leistet, ist die Umverteilung: Zehn Beiträge, die auf den Leitfaden zeigen, sammeln dort, was ohnehin schon auf der Website vorhanden ist.

Und was ist mit Domain-Autorität?

Werkzeuge wie Moz oder Ahrefs zeigen Ihnen eine Zahl für Ihre ganze Website, Domain Authority oder Domain Rating genannt. Diese Zahlen stammen von den Anbietern und sind deren Schätzung. Google berechnet sie nicht.

John Mueller sagte 2016, man habe bei Google «nichts in der Art einer Autoritätsbewertung für Websites». Diese Aussage ist nicht ganz richtig geblieben: In den Google-Unterlagen, die im Mai 2024 versehentlich öffentlich wurden und deren Echtheit Google am 29. Mai bestätigt hat, steht ein Feld namens siteAuthority. Etwas auf Ebene der ganzen Website gibt es also.

Wie es wirkt, weiss niemand ausserhalb von Google. Sicher ist nur: Die Zahl, die Ihnen ein Werkzeug anzeigt, ist es nicht. Nehmen Sie sie als groben Vergleichswert, nicht als Zielgrösse.

Zu wenig Nachfrage, aber passende Absicht. Nehmen Sie die Anfrage als Abschnitt in einen bestehenden Beitrag auf. Ein Abschnitt kostet zwanzig Minuten, ein Beitrag einen Tag.

Eine Seite steht knapp hinter Seite eins. Ergänzen Sie dort einen Zwischentitel mit der genauen Formulierung aus der Suchanfrage. Ein Beispiel aus meinen Daten: «plugin bedeutung» steht auf Position 9,6, und mein Glossareintrag heisst schlicht «Plugin». Diese Lücke schliesst eine Überschrift, kein Beitrag.

Die Absicht passt nicht zu Ihrem Geschäft. In meinen Daten erscheint «hamida sahinovic» auf Position 5. Ein Personenname, mit dem ich nichts zu tun habe. Solche Zeilen überspringt man.

Legen Sie eine einfache Tabelle an, mit vier Spalten: Anfrage, Einblendungen, Position, Datum.

Beim nächsten Export vergleichen Sie. Anfragen, deren Einblendungen über zwei Quartale steigen, rücken nach oben. Solche, die verschwinden, streichen Sie.

Das klingt nach Bürokratie und kostet zehn Minuten im Quartal. Der Nutzen: Sie bearbeiten Themen nach tatsächlicher Nachfrage, nicht nach dem, was Ihnen gerade einfällt.

Nach meinen eigenen vier Fragen hätte er nicht entstehen dürfen. Die Anfrage dazu bringt rund zehn Einblendungen im Monat, und ich stehe dafür bereits auf Seite eins. Zweimal Nein, darunter die Nachfrage.

Ich habe ihn trotzdem geschrieben, und der Grund gehört zur Sache.

Die vier Fragen beantworten eine bestimmte Frage: Lohnt sich ein Tag Arbeit, wenn das Ziel Besucher aus der Suche sind? Sie beantworten nicht, ob ein Text überhaupt existieren soll. Dafür gibt es andere Gründe, und zwei davon treffen hier zu.

Dieser Beitrag gehört zu einem Paar. Er vervollständigt den Beitrag zur Search Console, der beim Finden der Anfragen aufhört. Zusammen decken die beiden ein Thema vollständig ab, und der Leitfaden, auf den beide verweisen, wird dadurch stärker. Der Nutzen liegt im Zusammenhang, nicht in den Besuchern dieses einen Textes.

Und er zeigt eine Entscheidung. Wer jemanden für solche Arbeit sucht, will wissen, wie dieser jemand entscheidet. Ein Text, der vorrechnet, warum ich mich gegen eine naheliegende Gelegenheit entschieden habe, sagt darüber mehr als jede Selbstbeschreibung.

Was ich damit nicht sage: dass sich jeder Text so begründen lässt. Wenn Ihnen zu einem Thema nur einfällt, es passe «zur Marke», ist das keine Begründung, sondern eine Ausrede. Die beiden oben sind nachprüfbar. Es gibt einen Vorgängerbeitrag, und es gibt einen Leitfaden, auf den beide zeigen.

Die Regel dahinter: Prüfen Sie mit den vier Fragen, ob ein Beitrag sich über die Suche trägt. Wenn nicht, schreiben Sie ihn nur dann, wenn Sie in einem Satz sagen können, welcher anderen Seite er hilft. Fällt Ihnen dieser Satz nicht ein, lassen Sie es.

→ Verwandte Beiträge: Search Console auswerten | SEO für Schweizer KMU 2026

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→ Angebote: Web-Beratung für KMU | Inhaltspflege und SEO


Quellen:

Person sortiert ausgedruckte Listen zur Keyword-Recherche für ein KMU in zwei Stapel

Die meisten Anleitungen enden beim Finden der Suchanfragen. Dort beginnt die Arbeit erst.

Eine einzelne Anfrage mit guter Position sagt wenig. Neun verwandte Anfragen auf Seite zwei sagen viel, auch wenn keine einzelne davon beeindruckt.

Gehen Sie Ihre Liste deshalb nicht Zeile für Zeile durch, sondern fassen Sie erst zusammen, was zum selben Thema gehört. Und seien Sie bereit, sich gegen eine Anfrage zu entscheiden, die auf Position 5 steht.

Wenn Sie noch keine Liste haben, beginnen Sie beim Beitrag Search Console auswerten. Dort steht, wie Sie an die Daten kommen.

Wenn Ihre Website zu wenige Besucher hat für brauchbare Zahlen, hilft diese Methode noch nicht. Dann geht es zuerst um die Grundlagen, und die stehen im Leitfaden zu SEO für Schweizer KMU.

Wenn Sie eine Liste haben und nicht weiterkommen, schauen wir sie in einer Web-Beratung für KMU gemeinsam an. Eine Stunde genügt meistens, um die zwei Themen zu finden, die sich lohnen.